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Author Topic: German Speakers  (Read 146251 times)
fritzkep
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« Reply #330 on: October 16, 2006, 07:07:28 AM »

Ja, die DVD habe ich auch im Original. Aber Ich möchte die deutsche Fassung trotzdem haben, wenn nur zum Vergleich. Es soll auch ein Luxus-Version mit 2 DVS's geben, vielleicht was neues.

Und wenn mehrere Sprachen auf der DVD vorhanden sind, sogar besser!

Nie genug Sprachen, nie genug.........

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desertrat
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« Reply #331 on: October 16, 2006, 08:09:38 AM »

Nie genug Sprachen, nie genug.........

da hast du schon recht, fritz....aber bei filmen ist fuer mich immer die originalversion wichtig. die leute, die ein drehbuch geschrieben haben, die haben sich ja etwas gedacht bei ihrer wortwahl. und die moechte ich gerne so unverfaelscht wie moeglich sehen/ hoeren koennen. ich versuche auch franzoesische und spanische filme soweit wie moeglich im original zu sehen.
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elMont
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« Reply #332 on: October 16, 2006, 04:03:50 PM »

Hallo Fritz und herzlichen Dank


So, die DVD ist da; jetzt könnte ich wenn ich wollte. Ich glaube ich fange erst einmal mit dem Bonusmaterial an. Vielleicht sehe ich mir den Film auch erst an,  wenn ich den geplanten Austausch der kompletten Unterhaltungselektronik erledigt habe.

Gespannt bin ich aber schon darauf, ob mich der Film noch mal in den emotionalen Taumelzustand wie zu Beginn der Auseinandersetzung mit dem Buch/Film versetzen kann.
Wenn es richtig dicke kam, wie beim Tod von Schwester, Vater und Geschäftspartner, folgten zwar äußerst heftige, aber auch nur kurz andauernde Gefühlsausbrüche. Nein, mit Gefühlsausbrüchen ist das viel zu schwach beschrieben; eher waren es  gewaltige emotionale  Zusammenbrüche, Brückeneinstürzen gleich; die ganze Welt wurde bedeutungslos und die Zeit schien für mich stehen zu bleiben. Schnell merkte ich dann aber, dass  der D-Zug des Lebens weiter ratterte und ich mich auf einer kleinen Lore im Schlepptau hintendran befand.
Warum erzähle ich dies hier? Weil ich glaube, dass ich emotional mit dem Film durch bin;  ich werde es beim   Filmansehen (mit großer Freude und erwartungsvoller Spannung) erleben und hier berichten.

“... if you can´t fix it you´ve got to stand it”.

Meine vor langer Zeit verstorbene Oma hatte einen mich  schwer beeindruckenden Spruch in ihrem Zimmer hängen: “Im Glück nicht jubeln, im Leid nicht klagen, dass Unvermeidbare mit Würde tragen“. Klingt zwar irgendwie nach einem völlig emotionslosen Leben; der Spruch hat mir aber geholfen in schwierigen Situationen immer wieder den Sprung auf „die Lore“ (Hilfe – ich finde kein anderes Wort) zu schaffen.
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fritzkep
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« Reply #333 on: October 16, 2006, 05:51:31 PM »

Lieber Luke,

Das Sehen des Filmes wird erhebliche Gefühle ausbringen. Aber es lohnt sich so sehr. Ich weiß, daß du vom Film tief betroffen wirst, sonst wärst du überhaupt nicht hier! Ich hoffe, du hast irgendjemanden, mit dem du über den Film mindestens ein bißchen reden kann, weil physikalische Interaktion mit einem Freund (sehen, hören, fühlen) dir wesentlich helfen wird. Also nochmal, viel Glück auf das Erlebnis, was vor dir steht!

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« Reply #334 on: October 18, 2006, 04:36:03 AM »

Wow, hier ist ja mal richtig was los!  Smiley

Habe mir gestern die DVD besorgt, hatte aber noch keine Zeit reinzuschauen. Sie liegt neben meinem Computer, ist gerade erst aus der Cellophan-Verpackung "geschlüpft" und riecht noch ganz frisch und neu... Eigentlich bin ich auch kein allzu großer Fan von Synchronisationen - besonders im Fall von Jack und Ennis finde ich, Englisch ist einfach ihre Sprache, ein Teil der Charaktere und auf Deutsch fühlt sich das schon etwas merkwürdig an. Ich habe auch schon seit geraumer Zeit die englische DVD. Allerdings gibt mir die deutsche Version jetzt die Möglichkeit, mir den Film mit allen denjenigen aus meinem Freundeskreis anzuschauen, die in der Vergangenheit immer von der Sprachbarriere und vor allem auch von "Nuschel-Heath" abgeschreckt wurden.

elMont, willkommen an Bord! Bin auch schon mal gespannt, wie Dir der Film gefällt! Du kannst Dich jederzeit hier aussprechen!

Viele Grüße in die Runde! Bis demnächst!
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Ben Franklin
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« Reply #335 on: October 22, 2006, 12:09:42 PM »

Ich habe mich vor einigen Monaten mit ein paar längeren Beiträgen in diesem Board gemeldet, und knüpfe gewissermaßen an diese unselige “Tradition“ an, und möchte, wie versprochen, ein wenig von jener fünfwöchige Bahnreise durch die USA erzählen, die ich im Juni dieses Jahres (ziemlich genau während der Wochen der Fußball WM) gemacht habe.

Ich will euch jetzt nicht mit einem ausführlichen  Reisebericht langweilen, sondern “nur” ein paar Anmerkungen und Beobachtungen mitteilen. Außerdem möchte ich erzählen, wie ich in New York kurz mal Heath Ledger sehen durfte, und wie ich in Los Angeles ein schreckliches Erlebnis hatte. (Keine Angst: Das “Schreckliche”, das ich dort erlebt habe, bestand einfach darin, dass ich NICHT erlebt habe, was ich eigentlich hätte erleben können. So wie wenn man einen Sechser im Lotto mit Zusatzzahl hat - aber vergessen hat, den Lottoschein abzugeben - kein angenehmes Gefühl, wahrlich kein angenehmes Gefühl.)

Schon auf dem Transatlantikflug von London nach Boston war einer der Filme, die die British Airways an Bord zeigte, BBM (übrigens unmöglich mit dem handtellergroßen Bildschirm im Sitz des Vordermanns und den kleinen Ohrstöpseln, mit denen man wirklich so gut wie nichts versteht). Das erste was ich am nächsten Morgen beim Frühstück im Youth Hostel im Boston Globe lese, ist dass bei den MTV Movie Awards Jake und Heath den Popcornbecher für den “Best Kiss” gewonnen haben und Jake Gyllenhaal für die “Best Performance”.

In New York City hatte ich das große Glück, Heath Ledger in höchsteigener Person zu sehen. Leider nur zu sehen... Aber dazu später mehr.

In Birmingham, Alabama, konnte ich erstmals den langsamen, melodischen, fast singenden Südstaatenakzent hören, den ich sehr mag, und den Anne Hathaway - eine geborene New Yorkerin - in BBM so schön drauf hat (“...husbands don’t never wanna dance with their wah’ves...”). In Denver, Colorado, habe ich eine Pride Parade miterlebt, und musste unwillkürlich an eine Dialogstelle aus Annie Proulx’s Erzählung denken, wo Ennis beim Gespräch im Motelbett sagt: “This happen a other people? What the hell do they do?” - “I don’t know what they do, maybe go to Denver,” said Jack. Nun, an diesem Tag stimmte das. Sie waren alle in Denver.

Nach Denver ging es dann weiter mit dem Zug (“California Zephyr”) durch die Rocky Mountains in Richtung Kalifornien. Zwar bin ich dabei nicht durch Wyoming gekommen, aber in den Prärien von Colorado habe ich erleben können, was Annie Proulx mit der “huge sadness of the northern plains” meint. Und bei der Fahrt durch die Rocky Mountains sieht man immer wieder wunderbare Landschaften, Berge und Felsformationen, die einen an den Brokeback erinnern.

Eines der guten Dinge, die ich aus dem wunderbaren Film “Brokeback Mountain” mitnehme, ist dass ich die Schauspieler Jake Gyllenhaal (den ich vorher, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, gar nicht kannte) und Heath Ledger kennen und schätzen gelernt habe. Vorher war Heath Ledger für mich vor allem das hübsche Gesicht vom “A Knight’s Tale”-Plakat. Nach BBM bin ich ein stolzer Heath Ledger-Fan und Bewunderer dieses außerordentlich talentierten Schauspielers und wunderbaren Menschen.

Da ich schon mal in New York war und Brooklyn ohnehin auf meinem Besuchsprogramm stand, dachte ich, ich schau doch einfach mal in dem Viertel vorbei, wo Heath, Michelle und Matilda leben. Ich betrat den “burrough of Brooklyn” von Manhattan aus ganz klassisch: Zu Fuß über die Brooklyn Bridge. Ungefähr kannte ich die Gegend, wo sie wohnten und spazierte ungefähr in die Richtung. Ein Blick in eine Brooklyn Karte in einem Barnes & Noble Bookstore zeigte mir, dass ich ganz in der Nähe war. Da ich aber nicht die genaue Adresse wusste, schlenderte ich einfach durch die Straßen des Viertels.

Doch am nächsten Morgen hatte ich recht schnell die Adresse des Hauses herausgefunden, das Heath Ledger letztes Jahre gekauft hat. Diesmal fuhr ich mit der U-Bahn von Manhattan nach Brooklyn und stieg in jener Station aus, die am nähesten lag. Heath und Michelle wohnen in einem hübschen ruhigen Viertel mit einer “Hauptstraße” mit Restaurants, Läden (darunter auch ein paar exklusive Wein-Läden), kleinen Geschäften und Wäschereien. Südlich davon liegen die idyllischen, baumbestandenen Wohnstraßen mit dreistöckigen Brownstone-Häusern.

Eines dieser Eckhäuser ist das von Heath und Michelle. (Direkt nebenan ist übrigens eine kleine Schule) Ich bin mehrmals vorbei gelaufen, habe nicht gerade in die Fenster gestarrt (wäre ja auch widerlich), aber doch beim vorbeilaufen mein Gesicht gelegentlich Richtung Gebäude gewandt ( :-[) und dabei in einem beleuchteten Kellerraum eine kleine Hantelbank gesehen.

Ich habe mich noch ein wenig in dem Viertel umgesehen und in einem kleinen Restaurant/Cafe ein Frühstück gegessen (French Toast mit Obstsalat). Im Fernsehen lief gerade ein WM-Fußballspiel (Australien gegen Japan) und ein paar Männer, die an der Bar saßen, bejubelten die Tore der Australier. Nach dem Frühstück bin ich dann noch ein wenig durchs Viertel geschlendert.

Ich bin gerade wieder in der Hauptstraße angekommen, da sehe ich, wie ein hochgewachsener, schlanker Mann, jugendlich kraftvoll ausschreitend schräg über die Straße geht. Und sofort erkenne ich: Das ist Heath Ledger! Man kann ja leicht jemanden verwechseln, wenn man ihn unbedingt sehen WILL. Aber meine letzten Zweifel wurden beseitigt, als ich die Tätowierung um sein linkes Handgelenk erkannte. Er hatte einen kurzen Vollbart, trug einen gelben Pullover/Polohemd/Sweater (wie immer man das nennt), dazu passende gelbe Converse Turnschuhe, Jeans und eine wiederum farblich zur Hose passende blaugraue Kappe. Das ganze sah "casual" und doch zugleich elegant aus. Heath läuft  also über die Straße und geht - in genau das Restaurant, das ich vor etwa 20 Minuten verlassen hatte! Mann, wenn ich dort einfach länger sitzen geblieben wäre, noch einen Kaffee bestellt und die New York Times gelesen hätte, die ich bei mir hatte! Und dann wäre auf einmal Heath Ledger hereinspaziert... Oh Gott, ich glaube, ich hätte einen Herzinfarkt bekommen oder so.

Statt dessen stehe ich also draußen auf der anderen Straßenseite, und überlege was ich jetzt machen soll. Stehen und starren wäre peinlich gewesen. Noch mal in das gleiche Restaurant zu gehen, habe ich mich nicht getraut. Also ging ich noch einmal um ein paar Blocks herum, und kam dann doch wieder an dem Restaurant vorbei, wo ich Heath allein an der Bar sitzend und mit zur Straße gewandtem Gesicht heraus schauen sah. Auf jeden Fall wollte ich noch das Restaurant fotografieren, um mich an diese kurze “Begegnung“ zu erinnern. Vielleicht würde man ja bei einer guten Ausschnittsvergrößerung den gelben Pullover von Heath erkennen können, der nicht weit von der geöffneten Tür an der Bar saß (also Heath saß da, nicht nur der Pullover, aber der leuchtete aus dem Halbdunkel des Restaurants heraus).

Doch genau in dem Augenblick, da ich auf der anderen Seite der Kreuzung stehen bleibe, um das Restaurant zu fotografieren, kommt Ledger aus der Tür raus, und stellt sich vor das Restaurant, um mit seinem Handy zu telefonieren. Ich stand auf der gegenüberliegenden Straßenecke und holte mit zitternden Händen meine Kamera aus der Umhängetasche heraus, wobei sich zu allem Überfluss auch noch das Trageband der Kamera im Trageband der Tasche verhedderte, so dass das Ganze fast zu einer peinlichen Slapstick-Nummer wurde. Irgendwie kam ich mir dabei schäbig vor, wie ein verdammter Stalker oder Papparazzo. Schreckliche Vorstellung: Wenn er mich jetzt bemerken würde und sich verärgert wegdrehen würde oder schlimmeres. Ich meine, es ist ja unangenehm, von einem wildfremden Menschen von der gegenüberliegenden Straßenseite aus fotografiert zu werden.

Obwohl ich ein Zoom mit einem relativ guten Telebereich habe (290 mm), wollte ich nicht direkt auf Heath Ledger zielen und ihn näher heran zoomen. Vielmehr habe ich das Restaurant als ganzes fotografiert. Man sieht am linken  Bildrand wie Ledger mit dem Telefon am Ohr vor dem Restaurant hinter einem Briefkasten steht. Ihn direkt anzuvisieren wäre mir irgendwie unangebracht vorgekommen. Es heißt nicht umsonst ein Foto “schießen”: Man richtet den “Lauf”, in dem Fall das Objektiv, auf sein Opfer, zielt, drückt ab, “gottcha!“. Und dann kann man die Trophäe nach Hause tragen. Ich wollte diesen Moment zwar festhalten, aber ich wollte Mr. Ledger nicht “abschießen”. Ich weiß jetzt jedenfalls, dass ich nicht zum Paparazzo tauge.

Ich bin dann über die Straße gegangen und direkt an Heath vorbei gelaufen - OHNE IHN ANZUSEHEN, so als hätte ich ihn gar nicht bemerkt, als sei er nur ein ganz “normaler“ Passant. Ich wollte ihn auf keinen Fall anstarren. Nur für den Bruchteil einer Sekunde habe ich im Vorbeigehen seine charakteristische tiefe Stimme gehört (er sprach ja gerade am Telefon). Ich fand es jedenfalls unangemessen, weiter herum zu “stalken” und bin wieder in die U-Bahn, die mich zurück nach Manhattan brachte.

Wenn ich mutiger gewesen wäre - VIEL mutiger als ich in Wirklichkeit bin, dann wäre ich vielleicht noch einmal in das Restaurant gegangen, nachdem er reingegangen war. Ich hätte mich in einem Höflichkeitsabstand von ein oder zwei Stühlen neben ihn an die Bar gesetzt und einen Kaffee bestellt. Und im Herausgehen hätte ich mich dann kurz direkt an Heath Ledger gewandt und zu ihm nur einen Satz gesagt: “Thank you for Ennis.“ Einfach nur ganz persönlich, von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht Danke sagen. Nicht weniger, nicht mehr. Ich hätte kein Autogramm verlangt, nicht um ein gemeinsames Foto gebeten oder so was. Einfach nur “Thank you for Ennis.” Wenn ich den Mut gehabt hätte, ihm das zu sagen, wäre ich glücklich und zufrieden gewesen. Aber ich hatte den Mut natürlich nicht. Und so war diese ganze “Begegnung” (die ja gar keine echte Begegnung war, sondern nur eine “Sichtung“ von ferne) irgendwie... Tja, wie soll ich sagen? Irgendwie witzlos (pointless). Später als ich, wieder zurück in Manhattan, im sonnendurchfluteten Bryant Park meine Postkarten schrieb, fühlte ich mich irgendwie leer und melancholisch. Dazu kam, dass das ohnehin mein vorletzter Tag in der wunderbaren Stadt New York war, und ich entsprechend schwermütig gestimmt.

Im Bahnhof von Washington D.C. hatte ich ein paar Tage später eine ganz zufällige Sichtung eines anderen Prominenten: Ich gehe gerade mit meinem schweren Reiserucksack durch die Bahnhofshalle zur Gepäckaufgabe, da läuft mir aus der anderen Richtung der Filmregisseur Jim Jarmusch entgegen. “Hey cool,” denke ich, “das ist Jim Jarmusch” und muss unwillkürlich lächeln, und schon sind wir aneinander vorbei. Obwohl diese Sichtung sogar noch kürzer war als die von Heath, war sie doch viel angenehmer, gerade weil ich Jarmusch nicht “aufgelauert” habe, ihn nicht erwartet oder erhofft hatte. Es ist einfach passiert. Reiner Zufall. Und gerade deshalb war diese Begegnung so schön, während ich mich nach meiner gewollten Heath-Begegnung irgendwie unwohl fühlte, peinlich, fast “schmutzig”, ein bisschen wie ein Stalker oder Paparazzo. Und weil ich eben nur geguckt (zum Glück nicht gestarrt) habe, aber nicht die einmalige und nicht wiederkommende Chance genutzt habe, Heath persönlich Danke zu sagen. Na ja... (Wenn ich das nächste Mal in New York bin, werde ich wieder in dem kleinen Restaurant frühstücken, French Toast und Obstsalat bestellen und auf Heath warten...)

Das nächste Mal erzähle ich, was mir - beinahe! - in Los Angeles passiert wäre.

P.S. Wenn ich wüsste, wie ich Bilder einsetzen kann, würde ich hier ja gerne einen Ausschnitt aus meinem Ledger-"Paparazzofoto" reinstellen. Text kopieren und einsetzen geht. Aber mit dem Bild schaff ich es nicht, auch nicht mit dem button "insert image" Sad

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fritzkep
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« Reply #336 on: October 22, 2006, 12:32:53 PM »

Danke sehr für das äußerst interessante Bericht über deine USA-Reise, Ben, insbesonders die Begegnung mit unserem lieben Heath!

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« Reply #337 on: October 22, 2006, 01:18:27 PM »

Ich kann mich Fritz nur anschließen! Ich wäre schlicht umgekippt.
 Es wäre echt schön gewesen, wenn es wirklich zum "Thank you for Ennis" gekommen wäre!
Ich finde es toll, wie unaufdringlich und zurückhaltend du dich verhalten hast.
Danke auch an Fritz für den link in Planet Heath 2, ich wußte gar nicht, daß es German Speakers gibt!
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« Reply #338 on: October 22, 2006, 01:51:04 PM »

Herzlichen Glückwunsch auf 1000 Post, Marijke!

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« Reply #339 on: October 22, 2006, 02:05:04 PM »

Ich habe mich vor einigen Monaten mit ein paar längeren Beiträgen in diesem Board gemeldet, und knüpfe gewissermaßen an diese unselige “Tradition“ an, und möchte, wie versprochen, ein wenig von jener fünfwöchige Bahnreise durch die USA erzählen, die ich im Juni dieses Jahres (ziemlich genau während der Wochen der Fußball WM) gemacht habe.

Ich will euch jetzt nicht mit einem ausführlichen  Reisebericht langweilen, sondern “nur” ein paar Anmerkungen und Beobachtungen mitteilen. Außerdem möchte ich erzählen, wie ich in New York kurz mal Heath Ledger sehen durfte, und wie ich in Los Angeles ein schreckliches Erlebnis hatte. (Keine Angst: Das “Schreckliche”, das ich dort erlebt habe, bestand einfach darin, dass ich NICHT erlebt habe, was ich eigentlich hätte erleben können. So wie wenn man einen Sechser im Lotto mit Zusatzzahl hat - aber vergessen hat, den Lottoschein abzugeben - kein angenehmes Gefühl, wahrlich kein angenehmes Gefühl.)

Schon auf dem Transatlantikflug von London nach Boston war einer der Filme, die die British Airways an Bord zeigte, BBM (übrigens unmöglich mit dem handtellergroßen Bildschirm im Sitz des Vordermanns und den kleinen Ohrstöpseln, mit denen man wirklich so gut wie nichts versteht). Das erste was ich am nächsten Morgen beim Frühstück im Youth Hostel im Boston Globe lese, ist dass bei den MTV Movie Awards Jake und Heath den Popcornbecher für den “Best Kiss” gewonnen haben und Jake Gyllenhaal für die “Best Performance”.

In New York City hatte ich das große Glück, Heath Ledger in höchsteigener Person zu sehen. Leider nur zu sehen... Aber dazu später mehr.

In Birmingham, Alabama, konnte ich erstmals den langsamen, melodischen, fast singenden Südstaatenakzent hören, den ich sehr mag, und den Anne Hathaway - eine geborene New Yorkerin - in BBM so schön drauf hat (“...husbands don’t never wanna dance with their wah’ves...”). In Denver, Colorado, habe ich eine Pride Parade miterlebt, und musste unwillkürlich an eine Dialogstelle aus Annie Proulx’s Erzählung denken, wo Ennis beim Gespräch im Motelbett sagt: “This happen a other people? What the hell do they do?” - “I don’t know what they do, maybe go to Denver,” said Jack. Nun, an diesem Tag stimmte das. Sie waren alle in Denver.

Nach Denver ging es dann weiter mit dem Zug (“California Zephyr”) durch die Rocky Mountains in Richtung Kalifornien. Zwar bin ich dabei nicht durch Wyoming gekommen, aber in den Prärien von Colorado habe ich erleben können, was Annie Proulx mit der “huge sadness of the northern plains” meint. Und bei der Fahrt durch die Rocky Mountains sieht man immer wieder wunderbare Landschaften, Berge und Felsformationen, die einen an den Brokeback erinnern.

Eines der guten Dinge, die ich aus dem wunderbaren Film “Brokeback Mountain” mitnehme, ist dass ich die Schauspieler Jake Gyllenhaal (den ich vorher, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, gar nicht kannte) und Heath Ledger kennen und schätzen gelernt habe. Vorher war Heath Ledger für mich vor allem das hübsche Gesicht vom “A Knight’s Tale”-Plakat. Nach BBM bin ich ein stolzer Heath Ledger-Fan und Bewunderer dieses außerordentlich talentierten Schauspielers und wunderbaren Menschen.

Da ich schon mal in New York war und Brooklyn ohnehin auf meinem Besuchsprogramm stand, dachte ich, ich schau doch einfach mal in dem Viertel vorbei, wo Heath, Michelle und Matilda leben. Ich betrat den “burrough of Brooklyn” von Manhattan aus ganz klassisch: Zu Fuß über die Brooklyn Bridge. Ungefähr kannte ich die Gegend, wo sie wohnten und spazierte ungefähr in die Richtung. Ein Blick in eine Brooklyn Karte in einem Barnes & Noble Bookstore zeigte mir, dass ich ganz in der Nähe war. Da ich aber nicht die genaue Adresse wusste, schlenderte ich einfach durch die Straßen des Viertels.

Doch am nächsten Morgen hatte ich recht schnell die Adresse des Hauses herausgefunden, das Heath Ledger letztes Jahre gekauft hat. Diesmal fuhr ich mit der U-Bahn von Manhattan nach Brooklyn und stieg in jener Station aus, die am nähesten lag. Heath und Michelle wohnen in einem hübschen ruhigen Viertel mit einer “Hauptstraße” mit Restaurants, Läden (darunter auch ein paar exklusive Wein-Läden), kleinen Geschäften und Wäschereien. Südlich davon liegen die idyllischen, baumbestandenen Wohnstraßen mit dreistöckigen Brownstone-Häusern.

Eines dieser Eckhäuser ist das von Heath und Michelle. (Direkt nebenan ist übrigens eine kleine Schule) Ich bin mehrmals vorbei gelaufen, habe nicht gerade in die Fenster gestarrt (wäre ja auch widerlich), aber doch beim vorbeilaufen mein Gesicht gelegentlich Richtung Gebäude gewandt ( :-[) und dabei in einem beleuchteten Kellerraum eine kleine Hantelbank gesehen.

Ich habe mich noch ein wenig in dem Viertel umgesehen und in einem kleinen Restaurant/Cafe ein Frühstück gegessen (French Toast mit Obstsalat). Im Fernsehen lief gerade ein WM-Fußballspiel (Australien gegen Japan) und ein paar Männer, die an der Bar saßen, bejubelten die Tore der Australier. Nach dem Frühstück bin ich dann noch ein wenig durchs Viertel geschlendert.

Ich bin gerade wieder in der Hauptstraße angekommen, da sehe ich, wie ein hochgewachsener, schlanker Mann, jugendlich kraftvoll ausschreitend schräg über die Straße geht. Und sofort erkenne ich: Das ist Heath Ledger! Man kann ja leicht jemanden verwechseln, wenn man ihn unbedingt sehen WILL. Aber meine letzten Zweifel wurden beseitigt, als ich die Tätowierung um sein linkes Handgelenk erkannte. Er hatte einen kurzen Vollbart, trug einen gelben Pullover/Polohemd/Sweater (wie immer man das nennt), dazu passende gelbe Converse Turnschuhe, Jeans und eine wiederum farblich zur Hose passende blaugraue Kappe. Das ganze sah "casual" und doch zugleich elegant aus. Heath läuft  also über die Straße und geht - in genau das Restaurant, das ich vor etwa 20 Minuten verlassen hatte! Mann, wenn ich dort einfach länger sitzen geblieben wäre, noch einen Kaffee bestellt und die New York Times gelesen hätte, die ich bei mir hatte! Und dann wäre auf einmal Heath Ledger hereinspaziert... Oh Gott, ich glaube, ich hätte einen Herzinfarkt bekommen oder so.

Statt dessen stehe ich also draußen auf der anderen Straßenseite, und überlege was ich jetzt machen soll. Stehen und starren wäre peinlich gewesen. Noch mal in das gleiche Restaurant zu gehen, habe ich mich nicht getraut. Also ging ich noch einmal um ein paar Blocks herum, und kam dann doch wieder an dem Restaurant vorbei, wo ich Heath allein an der Bar sitzend und mit zur Straße gewandtem Gesicht heraus schauen sah. Auf jeden Fall wollte ich noch das Restaurant fotografieren, um mich an diese kurze “Begegnung“ zu erinnern. Vielleicht würde man ja bei einer guten Ausschnittsvergrößerung den gelben Pullover von Heath erkennen können, der nicht weit von der geöffneten Tür an der Bar saß (also Heath saß da, nicht nur der Pullover, aber der leuchtete aus dem Halbdunkel des Restaurants heraus).

Doch genau in dem Augenblick, da ich auf der anderen Seite der Kreuzung stehen bleibe, um das Restaurant zu fotografieren, kommt Ledger aus der Tür raus, und stellt sich vor das Restaurant, um mit seinem Handy zu telefonieren. Ich stand auf der gegenüberliegenden Straßenecke und holte mit zitternden Händen meine Kamera aus der Umhängetasche heraus, wobei sich zu allem Überfluss auch noch das Trageband der Kamera im Trageband der Tasche verhedderte, so dass das Ganze fast zu einer peinlichen Slapstick-Nummer wurde. Irgendwie kam ich mir dabei schäbig vor, wie ein verdammter Stalker oder Papparazzo. Schreckliche Vorstellung: Wenn er mich jetzt bemerken würde und sich verärgert wegdrehen würde oder schlimmeres. Ich meine, es ist ja unangenehm, von einem wildfremden Menschen von der gegenüberliegenden Straßenseite aus fotografiert zu werden.

Obwohl ich ein Zoom mit einem relativ guten Telebereich habe (290 mm), wollte ich nicht direkt auf Heath Ledger zielen und ihn näher heran zoomen. Vielmehr habe ich das Restaurant als ganzes fotografiert. Man sieht am linken  Bildrand wie Ledger mit dem Telefon am Ohr vor dem Restaurant hinter einem Briefkasten steht. Ihn direkt anzuvisieren wäre mir irgendwie unangebracht vorgekommen. Es heißt nicht umsonst ein Foto “schießen”: Man richtet den “Lauf”, in dem Fall das Objektiv, auf sein Opfer, zielt, drückt ab, “gottcha!“. Und dann kann man die Trophäe nach Hause tragen. Ich wollte diesen Moment zwar festhalten, aber ich wollte Mr. Ledger nicht “abschießen”. Ich weiß jetzt jedenfalls, dass ich nicht zum Paparazzo tauge.

Ich bin dann über die Straße gegangen und direkt an Heath vorbei gelaufen - OHNE IHN ANZUSEHEN, so als hätte ich ihn gar nicht bemerkt, als sei er nur ein ganz “normaler“ Passant. Ich wollte ihn auf keinen Fall anstarren. Nur für den Bruchteil einer Sekunde habe ich im Vorbeigehen seine charakteristische tiefe Stimme gehört (er sprach ja gerade am Telefon). Ich fand es jedenfalls unangemessen, weiter herum zu “stalken” und bin wieder in die U-Bahn, die mich zurück nach Manhattan brachte.

Wenn ich mutiger gewesen wäre - VIEL mutiger als ich in Wirklichkeit bin, dann wäre ich vielleicht noch einmal in das Restaurant gegangen, nachdem er reingegangen war. Ich hätte mich in einem Höflichkeitsabstand von ein oder zwei Stühlen neben ihn an die Bar gesetzt und einen Kaffee bestellt. Und im Herausgehen hätte ich mich dann kurz direkt an Heath Ledger gewandt und zu ihm nur einen Satz gesagt: “Thank you for Ennis.“ Einfach nur ganz persönlich, von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht Danke sagen. Nicht weniger, nicht mehr. Ich hätte kein Autogramm verlangt, nicht um ein gemeinsames Foto gebeten oder so was. Einfach nur “Thank you for Ennis.” Wenn ich den Mut gehabt hätte, ihm das zu sagen, wäre ich glücklich und zufrieden gewesen. Aber ich hatte den Mut natürlich nicht. Und so war diese ganze “Begegnung” (die ja gar keine echte Begegnung war, sondern nur eine “Sichtung“ von ferne) irgendwie... Tja, wie soll ich sagen? Irgendwie witzlos (pointless). Später als ich, wieder zurück in Manhattan, im sonnendurchfluteten Bryant Park meine Postkarten schrieb, fühlte ich mich irgendwie leer und melancholisch. Dazu kam, dass das ohnehin mein vorletzter Tag in der wunderbaren Stadt New York war, und ich entsprechend schwermütig gestimmt.

Im Bahnhof von Washington D.C. hatte ich ein paar Tage später eine ganz zufällige Sichtung eines anderen Prominenten: Ich gehe gerade mit meinem schweren Reiserucksack durch die Bahnhofshalle zur Gepäckaufgabe, da läuft mir aus der anderen Richtung der Filmregisseur Jim Jarmusch entgegen. “Hey cool,” denke ich, “das ist Jim Jarmusch” und muss unwillkürlich lächeln, und schon sind wir aneinander vorbei. Obwohl diese Sichtung sogar noch kürzer war als die von Heath, war sie doch viel angenehmer, gerade weil ich Jarmusch nicht “aufgelauert” habe, ihn nicht erwartet oder erhofft hatte. Es ist einfach passiert. Reiner Zufall. Und gerade deshalb war diese Begegnung so schön, während ich mich nach meiner gewollten Heath-Begegnung irgendwie unwohl fühlte, peinlich, fast “schmutzig”, ein bisschen wie ein Stalker oder Paparazzo. Und weil ich eben nur geguckt (zum Glück nicht gestarrt) habe, aber nicht die einmalige und nicht wiederkommende Chance genutzt habe, Heath persönlich Danke zu sagen. Na ja... (Wenn ich das nächste Mal in New York bin, werde ich wieder in dem kleinen Restaurant frühstücken, French Toast und Obstsalat bestellen und auf Heath warten...)

Das nächste Mal erzähle ich, was mir - beinahe! - in Los Angeles passiert wäre.

P.S. Wenn ich wüsste, wie ich Bilder einsetzen kann, würde ich hier ja gerne einen Ausschnitt aus meinem Ledger-"Paparazzofoto" reinstellen. Text kopieren und einsetzen geht. Aber mit dem Bild schaff ich es nicht, auch nicht mit dem button "insert image" Sad



Ben, wenn du möchtest, kannst du mir das Bild per email schicken (Adresse kannst du unten ganz links unter dem Avatar, blauer Knopf mit "View Profile" darauf), und ich dann es hier zeigen lassen.

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« Reply #340 on: October 22, 2006, 02:32:16 PM »

Danke Fritz für das Angebot!
Aber inzwischen habe ich selbst (dank der FAQ) herausgefunden, wie das mit dem Bilder hochladen geht. Hier also der Ausschnitt aus meinem "Paparazzo Foto":

Oh je, verdammt, irgendwie habe ich das doch noch nicht richtig raus. Warum ist das den so verdammt klein???  Whut? Angry
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Ben Franklin
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« Reply #341 on: October 22, 2006, 02:34:38 PM »

Ach Gott, ja klar! Ich habe das thumbnail verlinkt! So, jetzt aber das große Foto
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« Reply #342 on: October 22, 2006, 02:37:17 PM »

Sehr schön, Ben! Danke!

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« Reply #343 on: October 22, 2006, 03:05:25 PM »

Herzlichen Glückwunsch auf 1000 Post, Marijke!

Dankeschön!

Ben: Wie hieß die Station an der du ausgestiegen bist? War es Bergen Street ? Ich war nie in NY, aber wenn du etwas für fanfiction übrig hast, dann lies doch mal The Bellwether von Kumari. Brooklyn wird dort sehr genau beschrieben, es ist wirklich eine tolle Geschichte über Heath und Jake, natürlich alles frei erfunden Wink

http://davecullen.com/forum/index.php?topic=4664.msg188025#msg188025
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« Reply #344 on: November 02, 2006, 02:31:08 AM »

Hey paintedshoes,

unfortunately I couldn't find out how to reply your personal message here... maybe it has something to do with my haircolor? ;-)
I hope Fritz is gonna read this (Hi Fritz from Germany by the way  Wink ) and let you know that I'm writing you on here.
Maybe you can send me your e-mail adress and I can send you some pictures from my 'last supper' at LoneStar you remember? ;-)

hugs and kisses from germany,

Jenny
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